Fragen zur realen Bahn

  • Hi


    Ich hab da mal ein paar Fragen zur realen Bahn. Kann ein Lokführer, der z.B. eine BR218 oder ähnliche Loks fährt, auch eine S-Bahn (z.B. eine 423) fahren. Kann dieser Lokführer auch einen ICE fahren? Oder braucht man da verschiedene Ausbildungen? Mit welchen Systemen werden regionale Strecken (z.B. Mühldorf - München Hbf) gefahren. Fährt der Lokführer da manuell oder schaltet er die Automatik ein? Haben Loks wie die 218 überhaupt eine Automatik? Ich weiss, viele Fragen, aber ich kenn mich mit Eisenbahnen noch fast gar ned aus.
    Danke schonmal für eure Antworten.


    Gruß Jan

  • Hi,


    also ein Lokführer braucht für jeden Loktypen (meistens verschiedene Baureihen) ein Ausbildung. Manche Baureihen gleichen sich sehr, z.B. die BR 182 (DB) mit der 1016/1116 der ÖBB. Wenn ein Lokführer jetzt z.B. vom Nahverkehr zum Fernverkehr (ICE, IC etc.) ''wechselt'' braucht er wiederum eine extra Ausbildun, zum einem für die einzelnen Baureihen und generell für den Fernverkehr.


    Unter ''Automatik'' (die du erwähnst) verstehe ich jetzt LZB und AFB. Auf Nahverkehrsstrecken wird diese allerdings sehr selten eingesetzt, hauptsächlich für den Fernverkehr und schnellen Gütervekehr. Die Baureihe 218 hat allerdings keine AFB und keine LZB, also muss der Lokführer bei dieser Baureihe (einschließlich 215-217, 225) die Zug manuell fahren. Bei der LZB übernimmt dies der Computer des Zuges, der Lokführer kann allerdings immer noch eingreifen und hat Vorrang vor dem Computer.


    Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen ;) .


    MfG BR_146-Fan

  • Und auch bei LZB muss der Tfz.-führer laufend die Sifa betätigen - also seine "Wachsamkeit" bestätigen. Es gibt bei U-Bahnen (z.B. Berlin) aber auch schon Versuche in Richtung führerloser Züge (auch in Paris). Das ist aber auch eine Frage der Psychologie - das heißt, ob die Reisenden das wirklich "wollen" und dies auch annehmen. Denkbar und möglich ist vieles, bleibt nur die Frage, in wie weit es sinnvoll ist. Aber wenn es um´s liebe Geld geht, d.h. Einsparung von Personalkosten, dann werden die Interessen der Reisenden wohl irgendwann auf der Strecke bleiben....

  • Quote

    zum einem für die einzelnen Baureihen und generell für den Fernverkehr.


    Welche grundsätzlich andere Ausbildung braucht man für den Fernverkehr? Muss ich eine andere Ausblindung haben wenn ich eine 110 vor einem Autozug habe oder vor einem RE? Von einem "Fernverkehrsführerschein" habe ich noch nichts gehört...


    Quote

    Unter ''Automatik'' (die du erwähnst) verstehe ich jetzt LZB und AFB. Auf Nahverkehrsstrecken wird diese allerdings sehr selten eingesetzt, hauptsächlich für den Fernverkehr und schnellen Gütervekehr.


    Die S-Bahn München fährt auf der Stammstrecke mit einer CIR ELKE II und so ein 423er ist doch auch ohne AFB sehr stark "automatisch". Anfahren geht in der Regel so: Großer schwarzer Hebel ganz nach vorne - fertig. :D


    Quote

    Mit welchen Systemen werden regionale Strecken (z.B. Mühldorf - München Hbf) gefahren.


    Was für ein System meinst du? Also nach Mühldorf heißt das grunsätzliche System "Diesel". ;)


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    Kann ein Lokführer, der z.B. eine BR218 oder ähnliche Loks fährt, auch eine S-Bahn (z.B. eine 423) fahren.


    Wenn er die Ausbildung hat ja. Heute ist es allerdings so, dass ein Tf, der bei der S-Bahn München arbeitet im Alltag nur die 423er zu sehen bekommt, also nur für die S-Bahn München fährt. Wenn du als Azubi bei der Münchner S-Bahn lernst, bekommst du nur die 423er, die 203 und noch die 101.


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    Es gibt bei U-Bahnen (z.B. Berlin) aber auch schon Versuche in Richtung führerloser Züge (auch in Paris).


    Und in Nürnberg ist sie schon in Betrieb - wenn sie nicht streikt.


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    Fährt der Lokführer da manuell oder schaltet er die Automatik ein?


    In Loksim fahre ich immer ohne AFB, weil's mehr Spaß macht und man die Kontrolle noch selber hat und man nicht einschläft^^.

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    Original von BR_146-Fan
    Unter ''Automatik'' (die du erwähnst) verstehe ich jetzt LZB und AFB. Auf Nahverkehrsstrecken wird diese allerdings sehr selten eingesetzt, hauptsächlich für den Fernverkehr und schnellen Gütervekehr.


    Soweit ich weiß hängt das allein von der Ausrüstung des Materials ab, d.h. ob die Strecke mit LZB (erkennbar an dem Kabel in der Mitte des Gleises) und das Fahrzeug mit LZB und AFB ausgerüstet sind. In dem Fall spielt es keine Rolle, ob schnell oder langsam gefahren wird, der Tf ist dazu verpflichtet, die LZB+AFB (bzw. nur LZB oder nur AFB, falls eines von beiden nicht vorhanden oder gestört ist) einzuschalten. Wobei vor allem Schnellfahrstrecken, also solche mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 160 km/h, mit LZB ausgerüstet sind, weil sie es auch sein müssen damit so schnell gefahren werden darf.

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    In dem Fall spielt es keine Rolle, ob schnell oder langsam gefahren wird, der Tf ist dazu verpflichtet, die LZB+AFB (bzw. nur LZB oder nur AFB, falls eines von beiden nicht vorhanden oder gestört ist) einzuschalten.


    Soviel ich weiß, ist die LZB -wenn eingebaut- standardmäßig immer an und muss z.B. von einem Tf ohne LZB-Ausbildung (per Störschalter?) ausgeschaltet werden!

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    Original von AndreasZ


    Welche grundsätzlich andere Ausbildung braucht man für den Fernverkehr? Muss ich eine andere Ausblindung haben wenn ich eine 110 vor einem Autozug habe oder vor einem RE? Von einem "Fernverkehrsführerschein" habe ich noch nichts gehört...



    Die S-Bahn München fährt auf der Stammstrecke mit einer CIR ELKE II und so ein 423er ist doch auch ohne AFB sehr stark "automatisch". Anfahren geht in der Regel so: Großer schwarzer Hebel ganz nach vorne - fertig. :D


    Ich dachte immer, dass man beim Fernverkehr noch eine ''Weiterbildung'' braucht, da man keine Ausbildung beim Fernverkehr machen kann und das wollte ich eigentlich damit ausdrücken ;) :D .


    Danke, so viel Ahnung habe ich nun doch schon von der Eisenbahn, dass ich weiß wie man mit einen ET 423 beschleunigt :rolleyes: :D . Ich meinte lediglich, dass die LZB häufiger beim Fernverkehr eingesetzt wird, weil man dort eben höhere Geschwindigkeiten fährt. Im Nahverkehr wird ja allenfalls ''nur'' 160 km/h gefahren.
    Bei der Stammstrecke in München gibt es diese CIR ELKE II ja weil die Signalabstände geringer sind und um mehr Signalblöcke zu ermöglichen. Hab' ich so zumindest mal gehört :D -> Bitte nich' hauen :D .


    MfG BR_146-Fan

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    Bei der Stammstrecke in München gibt es diese CIR ELKE II ja weil die Signalabstände geringer sind und um mehr Signalblöcke zu ermöglichen.


    Naja, die Signalabstände waren schon immer so kurz, schon seit 1972. Was jetzt anders ist, ist der Blockabstand, der jetzt eben nicht unbedingt an den Signalen endet/beginnt. Ich glaub' die Blöcke sind jetzt nur noch 50m oder 100m lang, damit bringt man mehr Züge durch die Röhre. Morgens wenn ich unterwegs bin, kann wenn der eine Zug den Bahnhof verlassen hat, den nächsten u.U. schon sehen. Manchmal gibt's sogar "Anstellen". Während der eine Zug gerade im Bahnhof ist, kommt der nächste ganz langsam angefahren oder wartet sogar schon etwa 100m dahinter... Anders als bei der klassischen LZB wird hier quasi immer der Abstand zum vorherfahrenden Zug und somit auch die mögliche Geschwindigkeit ermittelt.


    Quote

    Ich meinte lediglich, dass die LZB häufiger beim Fernverkehr eingesetzt wird, weil man dort eben höhere Geschwindigkeiten fährt. Im Nahverkehr wird ja allenfalls ''nur'' 160 km/h gefahren.


    Ich würde sagen, dass die LZB von allen Fahrzeugen genutzt wird, die eine haben und diese Strecke befahren. Haste eine LZB-110 mit einem RE und n-Wagen auf einer LZB-Strecke wird natürlich auch mit LZB gefahren - außer der Tf hat keine LZB-Ausbildung. ;)

  • Danke für eure Antworten, sie sind sehr informativ. Aber ich hab da noch eine Frage. Heute konnte ich bei der Einfahrt nach München Ost in den Führerstand schauen. Es war eine Art S-Bahn Triebwagen, den genauen Typ kann ich leider ned sagen. Der Lokführer hat die SIFA erst dann gedrückt, als schon die akustische Warnung kam, also kurz vor einer Zwangsbremsung. Drücken die immer so spät? Im Sim mach ich das meistens noch bevor die Lampe aufleuchtet.


    Gruß Jan

  • Naja, manchmal übersieht man die Leuchte einfach. Solange man beim akustischen Signal reagiert hat man nichts zu befürchten.


    Daniel

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    Original von AndreasZ


    Naja, die Signalabstände waren schon immer so kurz, schon seit 1972. Was jetzt anders ist, ist der Blockabstand, der jetzt eben nicht unbedingt an den Signalen endet/beginnt. Ich glaub' die Blöcke sind jetzt nur noch 50m oder 100m lang, damit bringt man mehr Züge durch die Röhre. Morgens wenn ich unterwegs bin, kann wenn der eine Zug den Bahnhof verlassen hat, den nächsten u.U. schon sehen. Manchmal gibt's sogar "Anstellen". Während der eine Zug gerade im Bahnhof ist, kommt der nächste ganz langsam angefahren oder wartet sogar schon etwa 100m dahinter... Anders als bei der klassischen LZB wird hier quasi immer der Abstand zum vorherfahrenden Zug und somit auch die mögliche Geschwindigkeit ermittelt.



    Ich würde sagen, dass die LZB von allen Fahrzeugen genutzt wird, die eine haben und diese Strecke befahren. Haste eine LZB-110 mit einem RE und n-Wagen auf einer LZB-Strecke wird natürlich auch mit LZB gefahren - außer der Tf hat keine LZB-Ausbildung. ;)



    Hallo,


    O.K., dann hätten wir ja alle Klarheiten beseitigt, oder ? :D :D Man lernt eben nie aus ;) . Das ''Anstellen'' der Züge würde ich ja mal zu gerne sehen :D . Ich kenn so ein ''Gedrängl'' ja nur von den Trams und Stadtbahnen in der Stadt, aber bei den Quitschies muss das ja witzig aussehen 8) .


    MfG BR_146-Fan

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    Original von BR_146-Fan
    also ein Lokführer braucht für jeden Loktypen (meistens verschiedene Baureihen) ein Ausbildung. Manche Baureihen gleichen sich sehr, z.B. die BR 182 (DB) mit der 1016/1116 der ÖBB. Wenn ein Lokführer jetzt z.B. vom Nahverkehr zum Fernverkehr (ICE, IC etc.) ''wechselt'' braucht er wiederum eine extra Ausbildun, zum einem für die einzelnen Baureihen und generell für den Fernverkehr.


    Für den Fernverkehr benötigt man keine spezielle Ausbildung, sofern man bahnerden darf. Für Güterzüge muß der Tf jedoch eine Gefahrgutausbildung besitzen, sonst ist sicherzustellen, daß im betreffenden Zug keinerlei Gefahrgut befördert wird.
    Ansonsten benötigt man - wie bereits gesagt - für jede Baureihe eine gesonderte Ausbildung, wobei baugleiche Fahrzeuge wie genannte 182 dann auch zum Führen der 1016 und 1116 befähigt. Desweiteren muß der Tf auf der Strecke, die er befährt, streckenkundig sein. Im Prinzip muß er die Strecke quasi auswendig kennen. Ausnahmen bestätigen hier aber die Regel, diese Ausnahmen in den einschlägigen Richtlinien geregelt.


    Zum Thema LZB+AFB: Die LZB muß (sofern der Tf die erforderliche Ausbildung hat) eingeschaltet sein. Tf ohne Ausbildung schalten die LZB aus. Die Sicherheit der Fahrten ist dadurch natürlich nicht beeinträchtigt, lediglich kann die Strecke nicht mehr so dicht befahren werden, solange ein "Abschalter" unterwegs ist, da dieser Zug nur von Signal zu Signal fahren kann, auch wenn mehrere LZB-Blöcke dazwischen wären.
    Die AFB dagegen muß ich nicht zwingend in betrieb haben, es ist mir freigestellt, manuell zu fahren. Oftmals ist das sogar energiesparender.

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    Original von Stef
    Die AFB dagegen muß ich nicht zwingend in betrieb haben, es ist mir freigestellt, manuell zu fahren. Oftmals ist das sogar energiesparender.


    Ich unterstelle nix, aber ich hab das Gefühl, mit AFB zu fahren, da handelt man sich auch etwas mehr Verspätung ein, weil die nicht so gut anzieht oder?
    Bestes Beispiel, vor zwei Jahren bin ich von Köln nach St.Anton am Arlberg mit einem durchgehenden IC gefahren. Wegen einer Sperrung bei Köln-Mülheim hatte der in Köln 5-10 Minuten auf der Uhr. Die deutschen Lokführer (bis Stuttgart 101, bis Ulm 112 bis Lindau 234) haben es nicht hinbekommen, die 10 Minuten rauszufahren.
    Der Ösi hatte den Zug ab Lindau am Haken (1044) und hatte den bis Feldkirch auf 2 Minuten im Plan, der Rest kam bis Bludenz rein.

  • Ich glaube in Ösi-Land sind die Fahrpläne nicht so eng. Irgendwer aus Österreich hatte hier glaub' ich mal erwähnt, dass man in Österreich nicht so "aggressiv" gefahren werden muss...

  • Genau, hängt wohl eher von der Strecke und von der Fahrweise (Wahl Bremspunkt) etc. des Tf ab. Außerdem, seit wann hat die 234 AFB ;-)

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    Original von meinolfh
    Ich unterstelle nix, aber ich hab das Gefühl, mit AFB zu fahren, da handelt man sich auch etwas mehr Verspätung ein, weil die nicht so gut anzieht oder?
    Bestes Beispiel, vor zwei Jahren bin ich von Köln nach St.Anton am Arlberg mit einem durchgehenden IC gefahren. Wegen einer Sperrung bei Köln-Mülheim hatte der in Köln 5-10 Minuten auf der Uhr. Die deutschen Lokführer (bis Stuttgart 101, bis Ulm 112 bis Lindau 234) haben es nicht hinbekommen, die 10 Minuten rauszufahren.
    Der Ösi hatte den Zug ab Lindau am Haken (1044) und hatte den bis Feldkirch auf 2 Minuten im Plan, der Rest kam bis Bludenz rein.


    Die AFB zieht eigentlich mit voller Kraft an (sofern sie so eingestellt ist vom Tf), beschleunigt auf die vorgewählte Geschwindigkeit und hält diese, egal was da kommt.


    Warum besagte Minuten nicht herausgefahren werden konnten, ist jetzt natürlich reine Spekulation. Lag es an Langsamfahrstellen im Zuge von Bauarbeiten oder ähnliches, lag ein anderer Zug davor, der vielleicht langsamer war, aber nicht ausweichen konnte? War die Schiene schlüpfrig, daß man die Zugkraft nicht übertragen bekam? Kann etliche Gründe dafür gegeben haben, die AFB schließe ich hierfür aber aus.

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    Die AFB zieht eigentlich mit voller Kraft an (sofern sie so eingestellt ist vom Tf), beschleunigt auf die vorgewählte Geschwindigkeit und hält diese, egal was da kommt.


    In Loksim auch? Also mir kommt es mir so vor (die 103 ist die einzige AFB-Lok, die ich regelmäßig mit eingeschaltener AFB bewege -> Testfahrten), selbst bei eingestellten 100% Zugkraft ist die maximale Beschleunigung (deutlich) geringer als wenn ich ohne AFB fahre und weit genug aufschalte!?


    Aber die (plötzlich) schlüpfrigen Schienen durch Regen wären ein nettes Detail für Loksim... :))