S-Bahn-Netz Sonnenburg S2

  • Das gleiche wie bei einer beabsichtigt aktiven Fahrsperre. Der Tf kann nicht wissen, dass die Fahrsperre schadhaft war und hat sich genauso wie bei jeder Fahrsperrenauslösung beim Fdl zu melden und den entsprechenden Befehl zur Weiterfahrt zu erhalten.

    Wo steht das? War das Signal eindeutig frei und der Tf bemerkte rechtzeitig, dass der Fahrsperrenbalken nicht mitgekommen war, verhinderte er die Auslösung durch bedienen des Zählerventils. Ansonsten (zu meiner Zeit gab es nur Abfertigungsfunk, keinen Streckenfunk) wurde beim nächsten Halt die örtliche Aufsicht gebeten, dem Fahrdienstleiter eine Störung an der Fahrsperre zu melden und der Fdl verständigte dann die zuständige SFM.

    Für die Gleichstrom-S-Bahnen Berlin und Hamburg gab es schon immer zusätzliche Sonderbestimmungen, für Berlin in der DV 432 veröffentlicht (und inzwischen durch eine neuere Vorschrift ersetzt). Und da ist nur vom unzulässiger Vorbeifahrt am Haltsignal die Rede, nicht von gestörten Streckenausrüstungen und es kommt auch auf das Mastschild an.




    Wer diese Sonderbestimmungen nicht kennt, kann sich nur auf die 408 beziehen und nicht immer die vollständig korrekte Antwort auf derartige Fragen geben.

    Das gleiche gilt übrigens auch, wenn eine Fahrsperre durch ins Profil ragende Gegenstände ausgelöst wird.

    Das mag bei der BVG so sein, für die S-Bahn ist das eine total unsinnige Behauptung. Derartige Auslösungen gab es z.B. in Treptower Park Gleis 2 etwa in Bahnsteigmitte. Was hat der Fahrdienstleiter damit zu tun? Es wurde ins Reparaturbuch eingetragen, dass die Länge des Fahrsperrenauslösehebels wegen derartiger Auslösungen durch die Werkstatt zu überprüfen sei und bei der nächsten Runde mit diesem Zug vor dieser Stelle vorausschauend das Zählerventil zur Überbrückung der Fahrsperre bedient. Mit einem besetzten Zug ohne Türverriegelung zu früh zu halten, gibt immer Probleme. Es hat damals recht lange gedauert (das wurde auch als Mangel am Bahnsteigsockel gemeldet) bis die Fehlerquuelle beseitigt war.

    Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung. Heinrich Heine

  • Und dann wundern die bei der S-Bahn sich, warum sie nicht als richtige Eisenbahn angesehen werden... Solche „eigenmächtigen“ Weiterfahrten sind aus sicherheitstechnischer Sicht schon fragwürdig. Mit ZBS sollte das der Vergangenheit angehören, spätestens da dürfte kaum ein Tf mit Sicherheit sagen können, ob die Zwangsbremsung gewollt oder ungewollt war, da sich Balisen nicht nur an Signalen befinden.


    Übrigens kann auch eine Fahrsperrenauslösung an einem Fahrt zeigenden Signal gewollt sein. Wenn dieses in Fahrtstellung gestört ist, die Fahrsperre aber korrekt abgefallen ist, könnte durch eine eigenmächtige Weiterfahrt (sofern diese nicht durch das Mastschild unter bestimmten Einschränkungen erlaubt ist) eine Betriebsgefahr erzeugt werden, denn das ist auch eine Unzulässige Vorbeifahrt. Es steht ja nicht da, dass Vorbeifahrten nur dann unzulässig sind, wenn das Signal das so anzeigt. Und weil genau das der Tf nicht wissen kann, muss ihm das der zuständige Fdl bestätigen. Also zumindest bei richtigen Eisenbahnen.

  • Übrigens kann auch eine Fahrsperrenauslösung an einem Fahrt zeigenden Signal gewollt sein. Wenn dieses in Fahrtstellung gestört ist, die Fahrsperre aber korrekt abgefallen ist...

    Mann, Du kannst Situationen erfinden, die man in Jahrzehnten nicht erlebt hat. Warum soll den ein Lichtsignal auf Fahrt gehen wenn der Gleisstromkreis eine Störung hat und es eigentlich in Haltstellung verbleiben muss? Fahrsperrenstörungen gab es dagegen schon öfter. Es galt immer der Grundsatz: Maßgebend für das Verhalten des Tf ist das Signalbild, nicht der Zusatand der Fahrsperre weil diese kein Signal ist.


    Bei der richtigen Eisenbahn kam dann schon eher mal eine Ansage vom Fahrdienstleiter: "Pass auf, der vorige Zug hat kurz vor der Brücke eine Indusi-Zwangsbremsung bekommen. Da muss irgendwas metallisches am Gleis liegen, das den Lokmagneten beeinflusst hat." Aber nach Deinen Vorstellungen hat der betreffende Lokführer, der das gemeldet hatte, bestimmt auch einen Befehl für die Weiterfahrt verlangt.

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  • Mir würde sofort ein Fall einfallen in dem bei einem Gleichstromkreis ein Lichtsignal auf Fahrt geht obwohl der Kreis nicht ordnungsgemäß arbeiten kann... Hatten wir erst vor kurzen.. Haste in dem Abschnitt dann ne Rangierfahrt schmeißt es dir im schlimmsten Falle die Weichen unter der Lok um.. nur eben bei Zugfahrten nicht weil da die Fahrstraßen anders aufgelöst werden.. Aus dem Grund darf bei den betreffenden Stellwerken genau dann auch keine Fahrstraße mehr aufgespeichert werden..


    Gruß André

  • Anscheinend gibt es viele Fehlermöglichkeiten, aber für den Tf ist nun mal das Signalbild die vorgeschriebene Orientierungsmöglichkeit. Übrigens: Manche Stellwerke haben ihre Besonderheiten, die Unmögliches möglich machen. Du hattest geschrieben, dass man mit Signalflügeln winken kann. Frage: Geht das auch bei Ausfahrsignalen? Die Antwort kann ich mir selbst geben: Nein, Wiederholungssperre. Und trotzdem war das mit folgender Kombination möglich: Bahnhof Hoppegarten (Kreuzungsbahnhof eingleisiger Fern- und S-Bahnstrecken), Stellwerk Hob. Ein mechanisches Stellwerk mit einer langen Hebelbank, vielen Drahtzügen zu den Signalen und einer Besonderheit. Die beiden Ausfahrsignale N und W der S-Bahn wurden mit den Signalhebeln der Hebelbank gestellt, hatten aber elektrischen Antrieb. Man legte den Hebel in die untere Endlage, damit war das Signal aber immer noch auf Hp 0. Erst mit dem Loslassen der Handfalle wechselte das Signal auf Hp 1. Ahnst Du schon was? Genau, mit dem Wiederanziehen der Handfalle an den Signalhebel fiel das Signal auf Hp 0 und nach dem Loslassen kam wieder Hp 1 (hing wohl mit der Flügelkupplung zusammen). Da stand dann der neue Lehrmeister mit seiner Gruppe von BuV-Lehrlingen unter dem Stellwerk auf dem Bahnsteig und erklärte die Sache mit der Wiederholungssperre. Die S-Bahn aus Strausberg war schon drin, der Gegenzug noch nicht, aber das Ausfahrsignal zeigte schon Fahrt und plötzlich Halt, anschließend wieder Fahrt und scheinbar war der arme Lehrmeister jemand, der nur Stuss erzählt hatte.


    Gruß

    Gerd

    Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung. Heinrich Heine

  • Für das was ich gerade beschrieben habe war interessanterweise der davor gefahrene Tf auch der Schuldige.


    Und bei der Mechanik gibt es eben nichts was es nicht gibt. Das was du beschreibst ist jedoch nicht das Problem der Wiederholungssperre an sich. Die arbeitet korrekt weil sie da beim mechanischen Stellwerk noch gar nicht wirkt.. Da arbeitet ja noch die Unterwegssperre. Stellst du den Hebel zurück arbeitet die Sperre so wie sie soll. Jedoch sind das eben solche Stellwerksspezialitäten die irgendwann mal zurecht gebastelt worden sind. Kenne da auch noch ein paar Sachen die nicht so ganz den Regeln entsprachen.. Und das mit dem Winken am Einfahrsignal ist natürlich etwas überspitzt gemeint, denn mit Bahnhofsblock (wenn es geht noch sächsischer) wird auch das schon schwieriger bzw aufwändiger.


    Gruß André

  • Mann, Du kannst Situationen erfinden, die man in Jahrzehnten nicht erlebt hat.

    ...die DU nicht erlebt hast. „In Fahrtstellung gestört“ muss man nicht erfinden. Es wird sogar ausgebildet, wie eine solche Störung üblicherweise sicher abgefangen wird, nämlich indem das rückliegende Hauptsignal nicht auf Fahrt geht. Wenn man das aber permissiv überfahren darf, ist die Sicherheit dahin.


    Dass der Fdl einen vorher darüber informiert, davon kann man nicht ausgehen. Man ist ja nicht der einzige Zug im Stellbereich. Gerade bei der S-Bahn.

  • „In Fahrtstellung gestört“ muss man nicht erfinden.

    Diesen Begriff gibt es in der 408 nicht, also ist er bei der DB AG nicht anwendbar.



    Es gibt dort nur "Haltstellung eines Hauptsignals nicht möglich".

    Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung. Heinrich Heine

  • Diesen Begriff gibt es in der 408 nicht, also ist er bei der DB AG nicht anwendbar.

    Na zum Glück können Fachkräfte LST auch eigenmächtig denken ...


    Im Übrigen ist

    "Haltstellung eines Hauptsignals nicht möglich"

    weiter gefasst als ein Signal, das in Fahrtstellung gestört ist. Und hat den entscheidenen Unterschied, dass es auch Fälle umfasst, in denen die Fahrsperre (oder der 2kHz-Schwingkreis) im Gegensatz zur Fahrtstellung von vornherein gar nicht inaktiv war. Dass das also nicht das gleiche und damit nicht direkt vergleichbar ist, muss man wissen, wenn man darüber reden will. Das kann man aber nur, wenn man nicht nur starr am Wortlaut klebt, sondern auch über den Hintergrund nachdenkt.


    Im Übrigen solltest du zur Handlungsweise bei einem Fahrt zeigenden Hauptsignal mit aktiver Fahrsperre mal deinen Sohn Peer befragen. Der kann dir sicher auch erklären, dass die "DV" 423 seit 2014 außer Kraft ist und auch vorher schon das ausgebildet wurde, was ich beschrieben habe,

  • Ohje, da steigt man einmal auf nen Berg und stößt nen Stein an...

    Naja, auf jeden Fall weiß ich jetzt bescheid.


    Das Modul "Flughafen" neigt sich auch langsam dem Ende zu.

    Aktuell bin ich hauptsächlich in der Fahr und Umlaufplanung beschäftigt.

    Danach werden noch ein bisschen die "KI"-Fahrzeuge angepasst.

    Die Ansagen werden nächste Woche vermutlich auch fertig.

    Außerdem plane ich bereits "Szenarien"(also z.B. Streckensperrungen, Befehle oder auch ungewollt gefallene Fahrsperren...)vor. Dazu müssen Fahrpläne erstellt und Streckenmodule angepasst werden.

    Es bleibt also spannend.


    Anbei noch zwei Bilder vom aktuell gebauten - es ist faszinieren, was ein paar Häuser schon für eine Wirkung haben.


    LG

    jamobatv

  • Das ist hier im Loksim-Forum ganz normal, lass dich davon nicht aus der Ruhe bringen.

    Gut zu wissen.


    Mir ist heute noch was richtig dummes aufgefallen:

    Die Weichen sind alle antriebslos!

    Das heißt, ich darf alle Module noch mal "auspacken" und Weichenantriebe verbauen.

    Hier könnte ein schlaues Zitat stehen.

    Mir fällt nur leider grad keins ein...

  • Ohje, da steigt man einmal auf nen Berg und stößt nen Stein an...

    Das ist schon in Ordnung, man beschäftigt sich bei solchen Fragen dann wieder mal mit dem Thema und Diskussionen bleiben da nicht aus. Auf jeden Fall sind die Sonderbestimmungen der Berliner S-Bahn (SBS) hier nicht die beste Wahl. Wenn Du so eine Störung einbauen wolltest - schriftliche Befehle sind im Loksim nicht möglich. Für diesen Fall wären da nur die aktuellen Sonderbestimmungen der Hamburger S-Bahn (SHS) eine Alternative, die von denen in Berlin erhebliche Abweichunggen aufweisen, aber wohl auch nicht leicht einzubauen sind (der Befehl würde im angesprochenen Fall vom Fahrdienstleiter mündlich übermittelt werden dürfen).


    ...dass die "DV" 423 seit 2014 außer Kraft ist

    Das hatte ich geschrieben, die neue Vorschrift hilft da aber nicht mehr weiter.


    Örtliche Richtlinien zur Richtlinie 408.01 - 09 für das Zugpersonal RB Ost S-Bahn Berlin


    Sonderbestimmungen für den Betrieb der Berliner S-Bahn (SBS)



    Dort spielt die Fahrsperre keine Rolle mehr und wird nur noch in diesem Zusammenhang überhaupt erwähnt:

    Zu 408.0431 und 408.0432 Befahren von S-Bahnstrecken durch Züge mit Fahrzeugen

    anderer Bauart ohne wirksame Zugbeeinflussung (nicht Gleichstrom-

    S-Bahnfahrzeuge)

    Befahren Züge, die nicht mit Zugbeeinflussung (Fahrsperre oder ZBS) ausgestattet

    sind, S-Bahn-Strecken...

    Ansonsten geht es nur noch um die ZBS (3. ZBS-Zwangsbremsungen).


    Ich sehe das so: Beim Befahren derartiger Strecken sollten dann auch die zur Zeit der Hauptverwendung solcher Einrichtungen gültigen Vorschriften Anwendung finden (auch die 432 war in der letzten Fassung erst seit 12.12.2004 in Kraft). Für die Anwendung aktueller Vorschriften (z.B. Schriftliche Befehle) ist das Loksimprogramm noch nicht eingerichtet.

    Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung. Heinrich Heine

  • Guten Nachmittag,

    ich melde mich auch nochmal.

    Aktuell läuft gerade mein privater Betatest ;) .

    Die Strecke ist FAST fertig.

    Ich bin noch in Kontakt mit ATB 1.0. Es werden vermutlich noch seine Bahnübergangsobjekte verbaut.

    Bei den Ansagen warte ich noch auf meinen letzten Sprecher.


    Die Szenarien sind alle eingesprochen und auch soweit fertig. Simmusack macht auch gerade ein Video dazu. Ich habe einen Trailer für die S-Bahn gedreht. Dieser wird auch bald auf meinem Kanal jamobatv veröffentlicht werden.


    Desweiteren habe ich noch ein paar Hintergrundarbeiten gemacht.


    Einen Netzplan gibt es auch schon:


    Der Betatest ist als schon fast greifbar.

    Im Moment arbeite ich gerade am Problem mit den überschriebenen Dateien. Das wird dann im Betatest noch lustig...


    Viele Grüße

    jamobatv


    Hier könnte ein schlaues Zitat stehen.

    Mir fällt nur leider grad keins ein...

  • Und noch ein bisschen was wird geändert:

    Die modernen Haltepunkte der Strecke werden ein bisschen überarbeitet. (Bahnsteig, Treppen, Schilder, etc.)


    Vergleich alt und neu:

    Alt


    Neu (der andere Bahnsteig wird noch überarbeitet)

    Hier könnte ein schlaues Zitat stehen.

    Mir fällt nur leider grad keins ein...

    Edited once, last by jamobatv ().

  • Neu (der andere Bahnsteig wird noch überarbeitet)

    Die Kreuze an den Signalen sind etwas unfachmännisch angebracht ;). Ich hab da ja eh einen Bausatz in Vorbereitung, den ich nur noch für alle Signaltypen einmal anwenden muss. Für Ks-Signale ist er aber fertig, kann ich dir schonmal zuschicken, falls bei Dir nur Ks-Signale ausgekreuzt sind und du mir sagst, welche Signalobjekte das betrifft. Auf dem Screenshot ist Siemens_K640/Mehrabschnittssignal_540.l3dgrp, oder?


    Und den Namen des Haltepunkts schreibt man korrekt "Werner-von-Siemens-Straße" mit Bindestrichen ;)


    EDIT: Die Mastschilder der ungültigen Signale müssten auch abgedeckt sein. Die Überhöhung der Gleise könnte für den Bahnsteigbereich auch zu hoch sein. Wie viel das genau sind, lässt sich im Loksim am besten mit einer Lehre ermitteln. Der Regelwert beträgt maximal 60mm, sonst wird es auf der einen Seite für Fahrgäste schwierig rein- und auf der anderen rauszukommen ;). Prüfe das mal, und wenn die Automatik die Gleise zu stark überhöht, musst du da händisch einen Wert über die gesamte Bahnsteiglänge eingeben. Das wäre dann ein Winkel von 2,29° in der entsprechenden Eingabemaske (tan(alpha) = Überhöhung in mm / 1500) --> 1500mm ist der Abstand der Radaufstandspunkte auf den Schienen, nicht die Spurweite.